IM KONTEXT DER DI­GI­TALI­SIERUNG BE­STIM­MEN DIE TECH­NO­LO­GI­SCHEN THEMEN, WIE KÜNST­LI­CHE IN­TEL­LI­GENZ, SMARTE GERÄTE, AU­TO­NO­ME SYS­TE­ME ODER BIG DATA DIE DIS­KUS­SI­ON. WIR ER­GÄN­ZEN DIESE TECH­NI­SCHE BE­TRACH­TUNG UND SETZTEN DEN MEN­SCHEN IN DEN FOKUS.

Den Menschen in den Fokus nehmen - Was wir unter Arbeitswelt 4.0 verstehen

Es gibt viele Zugänge in die digitale Arbeitswelt. Sei es bei der Einführung einer neuen Software im Unternehmen, bei dem Kauf einer digitalen Maschine oder beim Ausgestalten eines modernen Arbeitsplatzes, im Büro oder in der Fertigung.

Handlungsfelder der Arbeitswelt 4.0

Qualifizierung
  • Ausbildung
  • Weiterbildung
  • Personalentwicklung
  • Neue Lernformen

Unternehmens­kultur
  • Kommunikation
  • Motivation
  • Führungskultur

Beschäftigung
  • Aufbau/Abbau/Versetzung
  • Befristung/Leiharbeit/Werkverträge
  • Insourcing/Outsourcing

Arbeits- und Gesundheits­schutz
  • Arbeitserleichterung
  • Belastungssteuerung
  • Psychische Belastung

Arbeitsplatz­gestaltung
  • Ergonomie am Arbeitsplatz
  • Homeoffice

Datenschutz
  • Auswertbarkeit von Arbeitsleistung
  • Rückverfolgung von Fehlern
  • Verknüpfung von Daten­welten zu personen­bezogenen Aus­wertungen

Arbeitszeit
  • Neue Flexibilitäts­anforderungen
  • Schichtmodelle
  • Mobile Arbeit

Entgelt
  • Arbeitsplatzbewertung
  • Ein-/Umgruppierung
  • Prämiensystem

Beteiligung
  • Beteiligungskultur
  • Instrumente: Betriebliches Vorschlagswesen
  • Entwicklungsprozesse Industrie 4.0

Schaubild „Handlungsfelder zur Gestaltung Arbeit 4.0“ mit freundlicher Genehmigung des Projektes „Arbeit 2020 in NRW

Die Veränderung der Arbeitssituation durch den Einsatz von digitalen Maschinen, Hilfs­mitteln oder Software­lösungen entwickelt sich meist zu einem abteilungs­übergreifenden Veränderungs­prozess mit vielfältigen Wechselwirkungen.

EIN BEISPIEL AUS DER PRAXIS

WIE DIGITALISIERTE ZERSPANUNGSMASCHINEN DIE ARBEITSWELT VERÄNDERN

(© shutterstock no. 305418506)

Noch vor wenigen Jahren wurde das Werkstück in die Drehmaschine eingespannt und der Zerspanungs­mechaniker begann mit seiner Arbeit. Heute werden CNC-gesteuerte Zerspanungs­maschinen vorab mit 3D-Modellen aus einer digitalen Bibliothek gespeist. Diese digitale Information ist nötig, damit die Maschine nach einer Kollisions­simulation und der Festlegung der Koordinaten den eigentlichen Arbeits­prozess starten kann.

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Der Prüfungsvorgang durch die Software soll die Prozesssicherheit erhöhen. Ist ein 3D-Modell fehlerhaft oder fehlt es ganz im System, muss der Zerspanungsmechaniker selbstständig handeln, Fehler erkennen und seinen Bedarf der entsprechenden Fachabteilung anzeigen. Dies führt dazu, dass der Maschinenbediener partielle Programmierkenntnisse aufweisen muss und eine flexiblere, abteilungsübergreifende Kommunikation zwischen der vorbereitenden Abteilung und der Produktion notwendig wird.

Neben diese erhöhten Qualifizierungsanforderung treten, Fragen zur Veränderung der psychischen Belastung durch die neuen Herausforderungen: wie technische Abhängigkeiten, zusätzliche Fehlerquellen, und erhöhte Konzentrations­anforderungen an den Mitarbeiter. Eine veränderte Arbeitsplatzbewertung und damit möglicherweise verbundene Entgeltdiskussionen sind weitere Folgen.

Die technologiegetriebenen arbeitsweltlichen Anpassungen sollten systematisch und beteiligungsorientiert begleitet werden.

VOR AL­LEM DIE AN­PAS­SUNG DER AR­BEITS­OR­GA­NI­SA­TION IM UN­TER­NEH­MEN UND DIE BE­FÄ­HI­GUNG DER MIT­AR­BEI­TER*INNEN UND DE­REN AK­ZEP­TANZ SIND ELE­MEN­TA­RE BAU­STEI­NE FÜR EINE NACH­HAL­TI­GE GE­STAL­TUNG DER DI­GI­TA­LEN AR­BEITS­WELT.

Das Kompetenzzentrum Arbeit 4.0

Hier setzt das Kompetenzzentrum Arbeit 4.0 in Mecklenburg-Vorpommern. „mv-works“ versteht sich als zentrale Anlaufstelle für Beschäftigte und Unternehmen, um Informationen zur digitalen Arbeitswelt bereitzustellen, Fragen und Anregungen aus den Unternehmen aufzunehmen und zu beantworten, sowie bei Bedarf über Angebote zur weiteren Unterstützung zu informieren.

ZUHÖREN, ANSCHAUEN, VORSCHLAGEN

  • wir suchen nach betrieblichen Lösungsansätzen in der Region für den Erfahrungsaustausch
  • wir dienen als Lotse zu weitergehenden Hilfsangeboten wie Weiterbildung, Fördermöglichkeiten oder Beratungsleistungen
  • wir sind Ansprechpartner*innen für Arbeitnehmer*innen bei betrieblichen und persönlichen Veränderungsprozessen
  • wir erfassen praxistaugliche Handreichungen der Forschungs- und Organisationswelt
  • wir stellen die gesammelten Informationen zentral bereit

UMSETZUNG KONKRET BEGLEITEN

  • wir identifizieren, zusammen mit Laborbetrieben, strategische Handlungsfelder und konkrete digitale Projekte
  • wir begleiten und untersuchen die Auswirkungen der betrieblichen Veränderungsprozesse auf die Arbeitsbeziehungen
  • wir stärken die Einbindung von Mitarbeiter*innen über alle hierarchischen Ebenen bei der Umsetzung von digitalen Projekten
  • wir arbeiten unsere Erfahrungen und Erkenntnisse in Good-Practice-Berichten auf

ERFAHRUNGEN AUSTAUSCHEN

  • wir suchen weitere Netzwerkpartner und bringen Unternehmen, Betriebsräte, Arbeitnehmer*innen, Experten*innen, Politik und Dienstleister zusammen
  • wir organisieren thematische Veranstaltungen, in denen über Informationen hinaus Impulse für die Praxis gegeben werden sollen

EIN BRAN­CHEN­OFFE­NES PRO­JEKT, DASS VON DEN  BEREITS VOR­HAN­DE­NEN ER­FAH­RUN­GEN DER TECH­NO­LO­GIE­STAR­KEN METALL & ELEKTRO­INDUSTRIE PRO­FI­TIE­REN SOLL.

Die Sozialpartnerschaft als starker Rückhalt

Rückenstärkung erhalten wir durch unser starkes sozialpartner­schaftliches Netzwerk. Die Industriegewerkschaft IG Metall Bezirk Küste, der Arbeitgeberverband Nordmetall, die Vereinigung der Unternehmen­sverbände MV sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund tragen die Projektidee „mv-works“. Basis dieser Zusammenarbeit ist die Erkenntnis, dass digitaleTransformations­prozesse im Betrieb nur gemeinsam nachhaltig gestaltet werden können. Projektträger ist die gemeinsame Gesellschaft von Nordmetall und IG Metall „TGS - Gesellschaft für Strukturentwicklung“ am Standort Rostock.