Für die DLG Mitteilungen - Zukunft Landwirtschaft durften wir einen Artikel zum Thema Motivation in der Branche schreiben. Die Ausgangssiuation wurde uns wie folgt beschrieben:
Das Thema Mitarbeiterführung und -motivation findet in der landwirtschaftlichen Ausbildung kaum einen Raum. Häufig sehen sich Betriebsleiter in der Landwirtschaft relativ plötzlich mehreren Mitarbeitern gegenüber stehen, ohne sich je Gedanken um deren Belange gemacht zu haben. - Katharina Skau, Ressort Betriebsführung, Pflanzenbau, DLG
Was treibt an, was schreckt ab?
Motivation ist ein großes Thema und vereinigt verschiedene Motivatoren, die wir uns bewusst machen sollten, um den individuellen Bedürfnissen unserer Mitarbeitenden nachzukommen. Umfragen haben ergeben, dass jeder 6. Mitarbeitende innerlich bereits gekündigt haben (Gallup Engagement Index Deutschland, 2023). Man kann sich vorstellen, wie wenig konstruktiv und zufriedenstellend eine Zusammenarbeit mit dieser inneren Einstellung sein kann. Unzufriedenheit entsteht meist dann, wenn die Kolleg:innen das Gefühl haben, dass die eigenen Bedürfnisse nicht gehört oder berücksichtigt werden.
Wie kann man also die Motivation der eigenen Mitarbeitenden auf dem Hof positiv beeinflussen? Es sind oft die kleinen Dinge, die in der Kommunikation und der Aufgabenstellung angepasst werden können, um den individuellen Typen besser gerecht zu werden. Für den richtigen Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden hilft es, sich mit den verschiedenen Motivationstypen vertraut zu machen. Die Psychologie unterscheidet, dass wir in vier Typen unterscheiden können:
Für die Einsortierung wurde unter anderem unterschieden, ob eine Person extrinsisch oder intrinsisch motiviert ist. Extrinsisch motivierte Menschen legen auf Belohnungen und Privilegien wert. Durch die Macht der Gewohnheit braucht man hier regelmäßig neue Reize, um die gefühlte Motivation aufrecht zu erhalten. Die intrinsische Motivation hingegen kommt von innen. Für einen Arbeitgeber ist es dementsprechend vorteilhaft, diejenigen Mitarbeitenden zu halten, die ausdauernde Antriebskraft für Ihre Arbeit von innen aufbringen.
Außerdem unterscheidet die Theorie aufgaben- und kontextorientierte Mitarbeitende für die Einteilung von Motivationstypen. Im Arbeitsalltag erlebt man Menschen, die klare Aufträge brauchen, um Motivation entwickeln zu können. Bei anderen sind es umgekehrt gerade die Herausforderung und Lösungsfindung die zur Erfüllung der täglichen Arbeit motivieren. Diese Mitarbeitenden bezeichnet man als aufgabenorientiert. Für kontextorientierte Menschen hingegen zählt die Wirkung der Aufgabe im sozialen Umfeld. Konkret spricht man hier von Mitarbeitenden, die es motiviert, wenn der Erfolg sichtbar ist, wenn das Miteinander in der Gruppe harmoniert und wenn die Arbeit auf einen guten Zweck einzahlt.
Wenn man sich an diesen vier Parametern orientiert, können die Mitarbeitenden in vier Motivationstypen unterschieden werden. Der Grafik nach kann man dementsprechend ableiten, dass in jedem Team ergebnisorientierte, entwicklungsorientierte, wirkungsorientierte und/ oder integrative Motivationstypen vertreten sind.
Es lohnt sich, herauszufinden, welcher Motivationstyp man selbst ist – und mit welchen Typen man im Arbeitsalltag zu tun hat. Wenn Ihnen noch Informationen fehlen, um Ihre Mitarbeitenden anhand der Typologie besser einzuschätzen, kann ein offenes Gespräch hilfreich sein. Schon das ehrliche Interesse an ihren Bedürfnissen kann die Motivation spürbar steigern. Oft entstehen schon bei der Beschäftigung mit dem Thema Überlegungen dazu, wie sich Kommunikationswege oder Aufgabenverteilungen gezielt anpassen lassen – nicht selten verbunden mit Gedanken an konkrete Personen.
Die Arbeit mit Menschen braucht Wertschätzung – und manchmal etwas Mut.
Als Unternehmer:in ist es nicht immer leicht, auf Sorgen und Bedürfnisse einzugehen, besonders im hektischen Alltag. Und doch: Ein aufrichtiges Gespräch, eine besondere Geste oder eine passende Weiterentwicklungsmöglichkeit können langfristig motivierend wirken. In Zeiten des Fachkräftemangels entsteht mitunter der Eindruck, dass das ‚Treckerfahren‘ zu den wenigen noch als attraktiv empfundenen Einstiegsjobs in der Landwirtschaft gehört – umso wichtiger ist es, den Menschen hinter der Arbeitskraft wahrzunehmen, ohne die eigenen Erwartungen aus dem Blick zu verlieren.
Motivation beginnt oft dort, wo zugehört wird.
Wenn auch du das Thema Motivation im eigenen Unternehmen angehen willst lohnt sich ein Blick in unsere aktuellen Angebote. In unserem "Feedback Üben" Workshop nutzen wir ein Schlüsselinstrument für die Motivation am Arbeitsplatz. Melde dich kostenfrei an.



