Eine Umfrage unter Jugendlichen aus Mecklenburg-Vorpommern hat ergeben, dass bei der Wahl des Arbeitgebers ihnen die Work-Life-Balance besonders wichtig ist.

Studierene der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Rostock mit Professorin Vera Seidemann (v.l.n.r.: Richard Wohlfahrt, Hannes Schlosser, Jonas Steinbach, Merle Bemlotte, Prof. Dr. Vera Seidemann, Amalia Stehle)

Aber was bedeutet Work-Life-Balance in diesem Zusammenhang eigentlich? „Wenn es darum ging, dieses Schlagwort näher zu spezifizieren, gehen die Meinungen auseinander“, so Prof. Dr. Vera Seidemann, welche die Studie gemeinsam mit Studierenden der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) durchgeführt hat. „Einige sehen die Balance darin, dass Arbeitszeiten wie im Vertrag vereinbart auch streng eingehalten werden sollen. Andere sehen es eher so, dass sie ihre persönliche Erfüllung auch im Job finden möchten. Sie wollen den Sinn ihrer Tätigkeit erkennen und ihn gleichermaßen auch stiften, so dass es eben kein „nine to five“-Job ist, sondern die Balance eher darin liegt, dass sie die Arbeit selbst als lebenswert empfinden.“

Direkt nach dieser – wie auch immer ausgelegten – Balance zwischen Arbeits- und Privatleben ist den jungen Befragten die Bezahlung und gleich danach die Arbeitsplatzsicherheit wichtig. Der Generation Z (also den zwischen 1995 und 2012 Geborenen) kann somit ein hohes Sicherheitsbedürfnis unterstellt werden. Frau Prof. Seidemann führt dieses Ergebnis auch auf die miterlebten Unsicherheiten in Zeiten des Ukraine Krieges, der steigenden Preise und der Corona Pandemie zurück. Eine weitere mögliche Auswirkung der Pandemie ist, dass der Wunsch nach der Nutzung von Home-Office bei den befragten Jugendlichen am geringsten ausfällt: nur 11% sehen die Möglichkeit von zuhause aus zu arbeiten als sehr wichtig an.

Auch der Standort des Unternehmens spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl des Arbeitgebers und liegt in etwa gleichauf mit dem Wunsch nach Arbeitsplatzsicherheit. Doch auch die Bedeutung des Standortes wurde innerhalb der durchgeführten Interviews sehr unterschiedlich ausgelegt, so Prof. Seidemann gegenüber mv-works. Entweder meinten die Befragten mit dem Standort explizit Großstädte und das Ausland oder aber sie favorisierten einen Standort nahe dem eigenen Zuhause.

Das Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommerns hat zusammen mit einer Werbeagentur die Studie in Auftrag gegeben, um die Interessen und Wünsche der Generation Z in Bezug auf zukünftige Arbeitgeber zu untersuchen. Studierende des Studiengangs Marketing Management der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) in Rostock haben unter der Leitung von Prof. Dr. Vera Seidemann sowohl Experteninterviews mit SchülerInnen, LehrerInnen und BerufsberaterInnen als auch eine quantitative Onlineumfrage mit über 250 Befragten durchgeführt und ausgewertet.

Quelle:  Pressemitteilung Fachhochschule des Mittelstandes (FHM)

Beim nächsten mv-works Expertentalk am 12. Juli 2022können Sie u.a. mit Prof. Dr. Seidemann und einem/r VertreterIn der Generation Z direkt ins Gespräch kommen.