Beschäftigte loben in einer Studie die bessere Kommunikation durch Digitalisierung - und beklagen komplexer werdende Prozesse. Jeder achte macht sich Sorgen um den Job.

Die Jobstudie der Unternehmensberatung Ernst&Young belegt die steigenden Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt - die jedoch von den betroffenen Beschäftigten sehr unterschiedlich bewertert werden. Ein Viertel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland beklagt der Erhebung zufolge, dass die Arbeitsbelastung durch die Digitalisierung für sie gestiegen ist - nur für sieben Prozent ist sie gesunken. Die überwiegende Mehrheit (68 Prozent) sieht sich durch die Digitalisierung sowohl ent- als auch belastet. Befragt wurden in der repräsentativen Erhebung 1550 ArbeitnehmerInnen in Deutschland.

Bei insgesamt 36 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben neue Technologien bereits Teile ihrer Arbeit ersetzt. Besonders häufig – in 46 Prozent der Fälle – haben Technologien in der Bank-, Immobilien- und Versicherungsbranche Aufgaben von Beschäftigten übernommen. Auch in der IT-Branche (42 Prozent), der Automobilindustrie (40 Prozent) und der Bau- und Energiewirtschaft (39 Prozent) hat der Einsatz digitaler Technologien den Angestellten überdurchschnittlich oft Teile ihrer Arbeit abgenommen.

Job-Sorgen vor allem in der Banken-, Immobilien- und Versicherungsbranche

Sorgen um den eigenen Job macht sich derzeit jeder achte Beschäftigte: Mit der größten Zukunftsangst blicken Beschäftigte in der Banken-, Immobilien- und Versicherungsbranche auf die technologischen Veränderungen: Jeder Fünfte macht sich Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz – fast genauso viele sind es in der Automobilindustrie (19 Prozent).

Arbeitsprozesse komplexer – Kommunikation einfacher

Insbesondere die Arbeitsprozesse wurden aus Sicht der Beschäftigten tendenziell eher erschwert: Für 35 Prozent der Befragten sind die Prozesse in den vergangenen fünf Jahren durch die Digitalisierung komplexer geworden – für 29 Prozent einfacher. Dafür läuft aber die Kommunikation unterm Strich besser: 29 Prozent kommunizieren häufiger mit dem Team und 21 Prozent mit ihren Vorgesetzten. Seltener kommunizieren jeweils nur 18 Prozent. Und auch die Identifikation mit der Arbeit hat sich verbessert: 17 Prozent identifizieren sich nach eigener Aussage mehr mit der Arbeit, zwölf Prozent weniger.

Genauso wie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit der Digitalisierung zurechtkommen müssen, erleben auch die Produkte und Dienstleistungen einen technologischen Wandel – den die Unternehmen aus Sicht der Beschäftigten größtenteils gut meistern: 30 Prozent erleben in ihrem Unternehmen große Anstrengungen, Produkte und Dienstleistungen an künftige Entwicklungen anzupassen. 45 Prozent beobachten immerhin noch geringe Anstrengungen. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) vertraut dem Management voll und ganz, dass es die richtigen Entscheidungen für die Unternehmenszukunft trifft.