Kompetenzzentrum Arbeit 4.0 zur Digitalisierung in der Arbeitswelt M-V soll Unternehmen und Beschäftigte bei digitaler Transformation unterstützen.

v. l. Jens Matschenz (Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e.V.), Heiko Messerschmidt (IG Metall Küste), Rea Engel (mv-works), Harry Glawe (Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern), Thomas Lambusch (NORDMETALL), Axel Fick (mv-works), Peter Golinski (NORDMETALL) (Foto: Michael Dorloff)

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat gemeinsam mit dem Präsidenten des Arbeitgeberverbandes NORDMETALL, Thomas Lambusch, sowie dem Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, das Kompetenz­zentrum Arbeit 4.0 „Digitalisierung in der Arbeitswelt Mecklenburg-Vorpommern“ eröffnet. Die zentrale Anlaufstelle für Beschäftigte und Unternehmen wird ab sofort Informationen zur digitalen Arbeitswelt geben, Fragen und Anregungen aus den Unternehmen aufnehmen und beantworten sowie bei Bedarf über Angebote zur weiteren Unterstützung informieren. 

Projekte im Betrieb

Das Kompetenzzentrum soll u. a. Digitalisierungs-Projekte in Unternehmen begleiten, die sich mit der Gestaltung und Entwicklung von Arbeitsbeziehungen befassen. Die Ergebnisse sollen im Anschluss für andere Unternehmen sicht- und nutzbar gemacht werden. Eine wichtige Funktion des Kompetenz­zentrums ist die Organisation des Erfahrungsaustausches von MitarbeiterInnen und Führungskräften auf allen Ebenen. Auch die gemeinsame Beratung der Erkenntnisse mit den Sozialpartnern sowie mit VertreterInnen der Landesregierung und Forschungseinrichtungen im Beirat des Kompetenzzentrums wird im Fokus stehen.
„mv-works“, das Arbeit 4.0-Kompetenzzentrum „Digitalisierung in der Arbeitswelt Mecklenburg-Vorpommern“, wird vom Arbeitgeberverband NORDMETALL und der Industriegewerkschaft IG Metall betrieben.  Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern fördert das Vorhaben mit einer Million Euro. NORDMETALL und IG Metall steuern weitere 100.000 Euro bei. Auch die Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VU) sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sind beteiligt und tragen das Projekt in die unternehmerische Breite.

Baustein der Digitalen Agenda M-V

Die Landesregierung hatte im Rahmen ihrer Digitalen Agenda die Einrichtung einer solchen zentralen Anlaufstelle beschlossen. „Um die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes weiter voranzubringen, ist es notwendig, die richtigen Weichenstellungen in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik vorzu­nehmen. Beispielsweise kommt es aufgrund des demografischen Wandels und der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsprozesse zu Veränderungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Wir unterstützen Mitarbeiter und Unternehmer dabei. Das Projekt schließt im Rahmen der Digitalen Agenda eine wichtige Lücke, da es unternehmensübergreifendes Wissen und erfolgreiche praktische Ansätze aus den Betrieben zur Gestaltung des digitalen Strukturwandels sichtbar macht. Erstmals werden die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt hier in Mecklenburg-Vorpommern erfasst“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe zum Start. „Die Metall- und Elektroindustrie hat bereits einige Erfahrungen mit der Digitalisierung gesammelt. Ich begrüße es, dass Nordmetall und IG Metall den Startschuss für das Kompetenzzentrums geben und andere Branchen von Beginn an von diesem Erfahrungen profitieren können“, so Glawe weiter. 

Metall- und Elektroindustrie beispielgebend

Der NORDMETALL-Präsident sieht seine Branche in einer Vorreiterrolle. „Die Metall- und Elektroindustrie ist technologiestark und kann anderen Branchen als Beispiel dienen, wenn es um die Neugestaltung von Arbeit im Strukturwandel geht“, so Thomas Lambusch, der auch Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern ist, zur Eröffnung des Kompetenzzentrums. „Die Arbeit von mv-works unterstützt unsere Unternehmen dabei, sich zu ähnlichen Fragestellungen und Lösungsansätzen untereinander und mit Dritten zu vernetzen. Diese offene Form des Kooperierens bringt große Entwicklungschancen mit sich“. Bereits jetzt werden auch Unternehmen außerhalb der Metall- und Elektroindustrie gesucht, die in konkreten Projekten mit dem Kompetenzzentrum zusammenarbeiten und für den Erfahrungsaustausch zur Verfügung stehen.

Wichtige Informationen für Belegschaften

Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, sieht durch das Kompetenzzentrum die Sozial­partnerschaft bei der Gestaltung des digitalen Strukturwandels gestärkt. „Auf die Unternehmen kommen auch in Mecklenburg-Vorpommern durch die Digitalisierung massive Veränderungen zu. Sie müssen sich für die Transformation rüsten. Der Wandel wird allerdings nur mit den Beschäftigten gelingen. Deshalb ist es so wichtig, dass in diesem Projekt ArbeitnehmerInnen, Betriebsräte, Führungs­kräfte und GeschäftsführerInnen an einem Strang ziehen und gemeinsam neue Arbeits­prozesse gestalten wollen. Mit diesem sozialpartnerschaftlichen Ansatz kann das Kompetenzzentrum ein Vorbild für andere Regionen sein“, so der Gewerkschafter.  

Das Kompetenzzentrum wird durch die gemeinsame Gesellschaft von NORDMETALL und IG Metall Küste, der TGS Gesellschaft für Strukturentwicklung mbH, errichtet und arbeitet mit drei Mitarbeiter­Innen im Technologiezentrum Rostock-Warnemünde. Die MitarbeiterInnen sind landesweit aktiv.