Die Landesregierung MV hat zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zunächst ein 100-Millionen-Hilfsprogramm angekündigt. Auch im Bund werden Rettungsschirme gespannt, um die Folgen der Krise für Unternehmen und Beschäftigte nach Möglichkeit abzufedern. Dazu gehören ausgeweitete Kurzarbeiterregelungen, Steuerstundungen und Liquiditätshilfen.

Kurzarbeit als Rettungsschirm für Arbeitsplätze

Rückwirkend zum 1. März wurde Unternehmen der Zugang zum Kurzarbeitergeld erleichtert, sobald Produktion oder Dienstleistungen von der Pandemie beeinträchtigt werden.

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Bereits wenn 10 Prozent der Beschäftigten im Betrieb vom Arbeitsausfall betroffen sind, kann Kurzarbeit für die Arbeitnehmer*Innen beantragt werden. Auch die Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber bei Kurzarbeit im Normalfall zu zahlen haben, werden in voller Höhe erstattet. Zudem kann nun auch für Zeitarbeitnehmer*Innen Kurzarbeit beantragt werden. Anzeige und Antragstellung erfolgen grundsätzlich durch die Arbeitgeber bei den Arbeitsagenturen vor Ort.

Weitere Informationen zur neuen Kurzarbeiterregelung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) finden Sie hier. Die BA erläutert auch in Kurzvideos die Voraussetzungen und das Verfahren für die Anzeige und die Beantragung des Kurzarbeitergeldes (hier allerdings nur in der Normalversion vor den Corona-Sonderregelungen).

Aktualisiert: Sofortprogramm Liquiditätshilfen und Bürgschaften für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern

Die Landesregierung hat einen MV-Schutzfonds für Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU) bis 250 Mitarbeiter*innen auf den Weg gebracht.

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Kleinstunternehmen und Kleinunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern in wirtschaftlicher Schieflage können ab sofort ihren Antrag auf einen staatlichen Zuschuss beim Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern stellen. Diese Soforthilfe muss nicht zurückgezahlt werden. Das Antragsformular finden Sie hier.  

Kleinstunternehmen mit bis zu 5 Arbeitsplätzen können einmalig bis zu 9.000 Euro erhalten, Unternehmen mit 6-10 Arbeitsplätzen erhalten bis zu 15.000 Euro. Wie die Landesregierung weiter mitteilte, unterstützt M-V zudem aus eigenen Mitteln mit 125 Millionen Euro auch Kleinunternehmen bis 49 Beschäftigte, die sich aufgrund der Corona-Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden (einmalig 25.000 Euro bei 11-24 Arbeitsplätzen, 40.000 Euro bei 25-49 Arbeitsplätzen).

Die Landesregierung hat den MV-Schutzfonds auch auf größere KMU erweitert. Unternehmen von 50 bis 100 Beschäftigten mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern können nicht rückzahlbare Zuschüsse bis maximal 60.000 Euro erhalten. Für Unternehmen mit Beschäftigten ab 101 bis 249 Mitarbeiter*innen besteht nach Angaben der Landesregierung ebenso die Möglichkeit einer Unterstützung. In diesen Fällen wird nach Einzelfallprüfung durch ein Entscheidungsgremium für das Sondervermögen "MV-Schutzfonds" entschieden. Die Unterstützung kann durch einen nicht-rückzahlbaren Zuschuss, ein Darlehen oder einen Kredit erfolgen.

Zudem wurden rückzahlbare Zuschüsse zur Begrenzung weiterer Liquiditätsengpässe beschlossen, die von der GSA Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung ausgereicht werden sollen. Kleinstunternehmen mit bis zu 10 Mitarbeiter*innen können zinsfrei bis zu 20.000 Euro erhalten. Betriebe mit bis zu 250 Beschäftigten können bis zu 200.000 Euro beantragen, diese größeren Darlehen sind im ersten Jahr zins- und tilgungsfrei. Die Laufzeit soll auf maximal 8 Jahre festgelegt werden. Weitere Informationen und ein Formular zur Vormerkung stehen hier zur Verfügung. Anträge sind seit Anfang April möglich. 

Der Bürgschaftsrahmen des Landes wird um 400 Millionen auf 1,6 Milliarden Euro erhöht. 100 Mio. Euro werden zudem für ein Beteiligungsprogramm bereitgestellt, mit dem sich das Land zeitweilig an Unternehmen beteiligen kann, um diese zu stabilisieren. 

(aktualisiert: 6.04.2020)

Unternehmenshotline M-V

Unternehmen in Krisensituationen können sich an die Unternehmenshotline des Wirtschaftsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern wenden.

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Unter der Schweriner Rufnummer 0385 – 588 55 88 erhalten vor allem kleine und mittelständische Betriebe auch in der Corona-Krise unabhängige Beratung und wegweisende Hilfe zur weiteren Unterstützungsleistungen hier im Land.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat ebenfalls eine Hotline für wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus eingerichtet: 030 – 18615 1515.

Liquiditäts-Schutzschild durch Steuerstundungen und Kredite

Im Rahmen des von der Bundesregierung errichteten „Schutzschildes für Beschäftigte und Unternehmen“ können Unternehmen Liquiditätshilfen erhalten.

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Zum einen sollen Steuerzahlungen gestundet und anstehende Steuervorauszahlungen leichter abgesenkt werden können.

Zudem werden umfangreiche Liquiditätshilfen über eine Ausweitung der KfW-Kredite für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler in der Corana-Krise zur Verfügung gestellt. Ansprechpartner für die Kredithilfen sind die Hausbanken und Finanzierungspartner der Unternehmen.

Weitere Informationen zu Hilfen durch das Bundeswirtschaftsministerium

Beratungshilfe für KMU und Handwerk bei der Umsetzung von Homeoffice 

Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) sowie Freiberufler, die unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise leiden, können zunächst bis Jahresende 2020 einen Antrag auf 100-Prozent-Finanzierung einer externen Unternehmensberatung an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen.

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 Die Beratungen sollen u.a. dazu dienen, Geschäftsprozesse umzustellen oder zu digitalisieren oder auch Finanz- und Liquiditätsplanungen vorzunehmen. Betroffene Unternehmen erhalten einen Zuschuss in Höhe von 100 Prozent der Beratungskosten, maximal jedoch 4.000 Euro. In Rechnung gestellte Umsatzsteuer und über die 4.000 Euro hinausgehende Rechnungsbeträge für Beratungen sind von den Unternehmen selbst zu tragen. Der Zuschuss wird vom BAFA direkt auf das Konto des Beratungsunternehmens gezahlt. Weitere Informationen zur Antragstellung, Ausgestaltung des Sofortprogramms u.ä. erhalten Sie hier. 

Zudem können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft und Handwerksbetriebe, auch jene ohne größere Corona-Schäden, finanzielle Unterstützung für die Inanspruchnahme von Beratung zur Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen erhalten. Dazu wurde das schon bestehende Förderprogramm „go-digital“ erweitert. Die Förderung deckt laut Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums u.a. die Einrichtung spezifischer Software oder die Konfiguration existierender Hardware ab. Gefördert würden demnach bis zu 50 Prozent der Kosten für die unterstützende Beratung, die von einem autorisierten Beratungsunternehmen durchgeführt werden muss. Welche Berater zugelassen sind, finden Interessenten auf einer Beraterlandkarte. 

Konkrete Fragen zur Förderfähigkeit und Beantragung beantwortet der Projektträger, die EURONORM GmbH, unter der Telefonnummer 030 – 97003-333.

Informationen für Arbeitnehmer*Innen  

Das Bundesarbeitsministerium hat auf seiner Homepage häufig gestellte Fragen und zugehörige Antworten zu arbeits- und arbeitsschutzrechtlichen Themen zusammengestellt.

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Darin geht es u.a. um Themen wie „Muss ich ins Büro, wenn Kollegen husten“ oder gibt es einen Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn eine Behörde Quarantäne verordnet. Die FAQ’s liegen in verschiedenen Sprachen (derzeit auch in englisch, russisch und arabisch sowie in einfacher Sprache) vor und werden laut BMAS noch weiter ergänzt, sobald Übersetzungen vorliegen. 

Den Link zur Informationsseite des BMAS finden Sie hier.